Begabtenförderung
Begabungen erkennen
Interessen wecken
Motivation fördern
Ziele erreichen
Pädagogischer Leiter der Begabtenförderung ist Herr Hillenbrand
Leitbild
In den vergangenen zwanzig Jahren ist die Begabtenförderung zu einem wichtigen Faktor der Individualisierung geworden. Dabei soll Begabtenförderung nicht nur einzelnen Hochbegabten zugutekommen, sondern ist als Teil einer individuellen Förderung zu verstehen, die sich auch auf die Begabungsförderung stützt. Durch die Binnendifferenzierung und Individualisierung wird sie schließlich allen Schülerinnen und Schülern nutzen. Howard Gardner behauptet: „Eine endgültige Definition der menschlichen Intelligenz werden wir nie formulieren können."
Davon ausgehend bemüht sich die Begabtenförderung des Gymnasiums Marne, den Belangen der Bildung auf sehr vielschichtige Art und Weise entgegenzukommen und die Diagnostik nicht nur auf Intelligenztests und Noten zu stützen. Genauso, wie es notwendig ist, die Schwächen der Kinder zu minimieren, ist es wichtig, die Stärken der Schülerinnen und Schüler zu fördern und diese auch zu fordern.
Auswahl und Methoden der Begabtenförderung
An der Begabtenförderung des Gymnasiums Marne können Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die entweder universell leistungsfähig sind und im normalen Unterricht wenig bzw. kaum gefordert und gefördert werden oder besondere Stärken in einzelnen Fächern bzw. Fachbereichen haben. Die Teilnahme ist damit weniger an gute Noten, sondern eher an den pädagogischen Eindruck der Lehrkräfte gekoppelt. Nicht immer haben intelligente Schülerinnen und Schüler in allen Fächern gute Noten.
Die praktische Umsetzung der Begabtenförderung besteht bei uns aus vier Säulen:
Die Digitale Drehtür:
Auf der Seite der sogenannten „Digitalen Drehtür“ finden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Begabtenförderung sowohl Live-Kurse als auch Kursmodule, die sich jederzeit flexibel bearbeiten lassen. Zu den verschiedensten Themenbereichen und Fächern können die Schülerinnen und Schüler hier selbstgesteuert arbeiten, ganz nach eigenem Interesse und Tempo. Die Schülerpatinnen und -paten helfen dabei bei technischen Fragen und Problemen.
Drehtürmodelltage:
Neben der Digitalen Drehtür stellen die Drehtürmodelltage den Kern unserer Begabtenförderung dar. Hierbei handelt es sich um Projekttage, die ca. alle vier bis sechs Wochen stattfinden. An diesen festgelegten Tagen, die auf unterschiedliche Wochentage fallen, können die Schülerinnen und Schüler selbstständig den Unterricht verlassen, um an ihren eigenen Projekten und Forschungsfragen zu arbeiten. Verpasster Unterricht muss dabei eigenständig nachgeholt werden. Präsentationen dieser Themen können in digitaler Form oder im Rahmen der Projektwoche stattfinden. Auch eine kurze Vorstellung der Themen am Tag der offenen Tür hat sich bei uns etabliert.
Kooperation mit Grundschulen:
In unregelmäßigen Abständen führen wir im Rahmen der Begabtenförderung in Zusammenarbeit mit den benachbarten Grundschulen Kooperationstage durch. Hierbei kommen Schülerinnen und Schüler aus den vierten Klassen der benachbarten Grundschulen zu uns, um mit unseren Fünftklässlerinnen und Fünftklässlern ca. vier Schulstunden lang an spannenden und interessanten Projekten zu arbeiten, die einem Unterrichtsfach zugeordnet sein können, aber nicht müssen. Der erste Projekttag jedes Schuljahres ist traditionell dem Fachbereich Religion/Philosophie zugeordnet. Darüber hinaus wurden bereits Projekttage zu Themen wie „Tanzen“, „Kartenlesen“, „Biologie“, „Chemie“, „Englisch“ oder „mathematische Rätsel“ durchgeführt.
Exkursionen:
In unregelmäßigen Abständen finden freiwillige Exkursionen für die Schülerinnen und Schüler statt, die an der Begabtenförderung teilnehmen. In der Vergangenheit waren das Miniatur Wunderland, das Multimar Wattforum in Tönning oder Hagenbecks Tierpark Ziele solcher Exkursionen.
Zertifizierung
Dem Gymnasium Marne Europaschule wurde am 5. Juni 2013 das SHiB-Prädikat „Schule inklusive Begabtenförderung“ nach einer zweijährigen Projektphase vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft verliehen.
Grundlagen
An dieser Stelle seien zunächst einige Begriffsklärungen vorangestellt. Begabung wird im Allgemeinen als Begriff für vorhandene Potentiale oder Anlagen definiert, ohne Aussage darüber, wie ausgeprägt eine Begabung ist. Hochbegabung bedeutet, dass der Entwicklungsstand in einem oder mehreren Bereichen markant über demjenigen der entsprechenden Altersgruppe liegt. Begabtenförderung bietet spezielle Maßnahmen an, welche für begabte Kinder und Jugendliche konzipiert sind. Die Einbindung in diese erfolgt im Allgemeinen über verschiedene diagnostische Elemente.
Begabungsförderung unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, ihre spezifischen, überdurchschnittlichen Fähigkeiten in bestimmten Programmen und Maßnahmen weiterzuentwickeln.
Unseren Arbeitsschwerpunkt stellen wir unter das Gedicht von Katja Seitz:
Voll Energie und geistig wendig,
autonom und quicklebendig.
Einsam auch, mit sich allein,
in der Masse schrecklich klein.
Voll Ideen-auf and’ren Wegen-
stellt so manchem sich entgegen.
Unverstanden-außer vor-
trifft selten auf ein off’nes Ohr.
Dem Alter eilt sein Geist voraus,
ihm widerfährt oft Neid und Graus.
Unstimmigkeit ist ihm verhasst,
gibt keine Ruh‘, bis alles passt.
Sein scharfer Sinn für den Humor
tritt ebenfalls sehr oft hervor.
Sein Intellekt, er steuert aus,
lässt Emotionen quer heraus.
Er ist ein Mensch wie Ich und Du
mal abgesehen von seinem IQ.
Auch er braucht Wärme und ein Nest,
in dem es sich gut leben lässt.


